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19.05.2004 - Grußworte des ersten Vorsitzenden der Vereinigung Herrn Prof. Dr. Gert Nicolaysen zur Jubiläumsveranstaltung in Hamburg am 7.5.2004

 

Juristische Gesellschaften gibt es viele. Es ist ein besonderes Privileg, die deutsch-griechische Vereinigung zu sein. Es hebt uns hinaus über die Zweckgemeinschaften, die sich um den nötigen und nützlichen Austausch unter Juristen verdient machen. Auch das ist unser Geschäft, und es ist in den letzten zwanzig Jahren einiges dafür getan worden: griechisches Recht, deutsches Recht, internationale und die europäischen Bezüge, die wir als Familienmitglieder in Europa besonders im Blick haben müssen.

Alle juristischen Vereinigungen pflegen auch zwischen den Nationen und ihren Juristen. Bei uns stehen sie im Zeichen traditioneller Nähe, begründet durch das besondere Interesse am deutschen Recht in Griechenland, das immer wieder viele Studenten und Doktoranden nach Deutschland führt, die es oft weit bringen; ich nenne als Beispiel nur unser Mitglied Professor Wassilis Skouris, den Präsidenten des EuGH, der sich als Schüler von Professor Bettermann in Deutschland habilitiert hat.

Was sich darüber hinaus mit dem Namen Griechenland verbindet, den wir für uns in Anspruch nehmen, gehört in eine andere Kategorie; es betrifft die Wurzeln Europas und dieser Bezug rechtfertigt einiges Pathos, das ich indes der Inspiration der Zuhörer überlassen möchte. Die Rechtfertigung in der Substanz wird der Vortrag dieses Abend geben.

Für viele Mitglieder, die mit dem griechischen Recht wenig zu tun haben, ist die Liebe zu diesem Land, seiner Geschichte und Kultur, aber auch zu seiner Landschaft und zu seinen Menschen und schließlich zu dem modernen Griechenland ein bewegender Grund für ihre Mitgliedschaft.

Die Zwanzig ist keine magische Zahl und schwach als Anlaß für ein Jubiläum. Daß wir sie trotzdem für eine Feier nutzen, ist vielleicht ein Ausdruck einer gewissen Zufriedenheit, daß die Vereinigung fortbesteht und lebt. Daß sie existiert, verdankt sie ihrem Gründer Dr. Jürgen Daniels. Er hatte die Idee und die Initiative und so kam es 1984 im Büro von Dr. Vogeler zur Gründung. Daß sie fortbesteht und lebt, verdankt sie ihren Mitgliedern, die sich von ihrem Vorstand unter dem Vorsitz von Dr. Daniels immer wieder zu interessanten Vorträgen mit attraktiven Referenten verführen ließen. Bei den Mitgliedern und beim Vorstand liegt auch in Zukunft die Aufgabe, die Vereinigung lebendig zu erhalten. Wir freuen uns, daß wir dabei auch die Unterstützung des Griechischen Generalkonsulats haben. Herr Generalkonsul Koundouros macht uns die Freude, ein Grußwort zu uns zu sprechen; er hat uns auch die Tanzgruppe des pontischen Vereins zu Hamburg vermittelt, deren Darbietung unsere heutige Veranstaltung verschönert.

Zu unserem Jubiläum leisten wir uns die Extravaganz, den Vortrag eines Theologen zu hören, zu einem Thema, das juristische Relevanz erst in späterer Folge erlangen kann. Dabei ist allerdings zu erwähnen, daß Professor Fischer-Appelt über 20 Jahre Präsident dieser Universität war (1970-1991): dazu gehört dann auch, daß er in dieser Zeit mit dem Aufbau eines Netzes universitärer Partnerschaften eine besondere Art von Politik betrieben hat, Ostpolitik, die in der Wende von 1989/90 ihre Früchte getragen hat (ich übertreibe damit nicht). Ich muß hier einflechten, daß in der Liste der Partner die Universitäten von Athen, Kommotini oder Thessaloniki noch fehlen, aber wir arbeiten daran. Mit den Qualitäten als Theologe und Präsident bliebe die Vorstellung des Referenten indes fragmentarisch. Seine wissenschaftlichen Themen reichen bis zu Arnold Schönberg, und das heutige Referat erweist, wie weit sie sonst noch reichen. Die Leistungen des Präsidenten und des Wissenschaftlers sind vielfach geehrt und ausgezeichnet worden, so durch mehrere Ehrenpromotionen und die Medaille des Europarats.

 

 

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